"EUROPE OF PEOPLES AND NATIONS:

SOLIDARITY AND COMMON PROJECTS"

Masters Speech auf dem 8. Internationalen Symposium der Europa-Logen.

Florenz 08.-10. Mai 2015.

 

Liebe, Würdige Brüder,

bevor ich auf das Thema der Tagung eingehe, möchte ich zunächst meine große Freude darüber ausdrücken, daß ich hier als Meister vom Stuhl einer Loge sprechen kann, die ganz bewußt den Namen „Europa“ trägt und in diesem Jahr zum ersten Mal zu diesem ehrwürdigen Kreis der Europa-Logen dazu stößt.

Ich freue mich umso mehr, weil wir die erste Deutsche Freimaurerloge sind, die diesen zutiefst freimaurerischen Namen trägt. Vielleicht machen wir ja die Grundidee des Internationale Symposiums der Europa-Logen damit ein Stück vollständiger. Ich komme am Ende meines Textes noch einmal auf die Geschichte meiner Loge und die Besonderheiten der Freimaurerei in Deutschland zu sprechen.

Das Thema der Tagung ist hoch aktuell: Solidarität in Europa – zwischen Völkern und Nationen.

Obwohl die konkrete Idee eines politisch geeinten Europa, genauer Pan-Europa, mittlerweile ja rund 100 Jahre alt ist, wird diese Frage immer noch an vielen Stellen und auf unterschiedlichen politischen Feldern teilweise heftig und kontrovers diskutiert. Sie ist nicht gelöst.

Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker.“, soll der Freimaurer Che Guevara formuliert haben.

Wie zärtlich sind wir also in Europa?

  • Gibt es Grenzen der Zärtlichkeit, der Solidarität, zwischen den Mitglieder der EURO-Zone und vielleicht speziell zwischen Deutschland und dem schwer verschuldeten Griechenland?
  • Wie definieren wir in Europa Solidarität im Falle der vielen Flüchtlinge, die, wenn sie der Krieg, der Hunger, oder das Mittelmeer nicht getötet hat, in Italien ankommen?
  • Wie stark können sich die Baltischen Staaten auf die Solidarität Europas verlassen, die in ständiger Sorge vor dem großen Nachbarn Russland sind?
  • Wie definieren wir eigentlich Solidarität mit zentraleuropäischen Staaten, die nicht Mitglied der Europäischen Union sind? Was bedeutet Solidarität in Europa eigentlich im Falle der Ukraine?

Freimaurer halten aus gutem Grund und seit Jahrhunderten nicht nur religiöse sondern auch solcherart tagespolitische Fragestellungen aus ihren Versammlungen heraus. Und so werde auch ich an dieser Stelle nicht weiter auf diese aktuellen Fragestellungen an die Solidarität in Europa eingehen.
Doch obwohl sich Freimaurer in ihren Logen nicht über Tagespolitik streiten, so ist die Freimaurerei doch politisch. Viele Brüder waren und sind sogar in besonderem Maße politisch
aktiv – auf Basis ihrer freimaurerischen Werte.

Und nicht zuletzt geht die politische Idee, die politische Konzeption des vereinten Europa maßgeblich auch auf Freimaurer zurück. Ich möchte daher die Frage nach der Solidarität in Europa beantworten, indem ich mir mit Euch ausgehend von heute die Antworten der Brüder suche, die vor rund 70 vor 100 Jahren Einigung Europas gedacht und konzipiert haben. In dunklen Zeiten.

Im Jahr 2000 hat der Europäische Rat in Nizza die Europäische Grundrechtecharta angenommen, die vom ersten Europäischen Konvent unter Leitung von Roman Herzog erarbeitet wurde. Die Grundrechtecharta versammelt zum ersten Mal in der Geschichte der Europäischen Union sämtliche bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rechte der
Unionsbürger und aller in der Europäischen Union lebenden Personen in einem einzigen Text. Sie ist für uns gültig.

Nach dem Wortlaut der Präambel „gründet sich die Union auf die unteilbaren und universellen Werte der Würde des Menschen, der Freiheit, der Gleichheit und der Solidarität. Sie beruht auf den Grundsätzen der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit. Sie stellt die Person in den Mittelpunkt ihres Handelns, indem sie die Unionsbürgerschaft und einen Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts begründet“.


Diese Rechte sind dort in sechs große Kapitel aufgeteilt:

1. Würde des Menschen, 2. Freiheiten, 3. Gleichheit, 4. Solidarität, 5. Bürgerrechte, 6. justizielle Rechte.

Freiheit – Gleichheit – Solidarität. Nicht Brüderlichkeit.

Die Überschriften der Europäischen Grundrechte – sie benutzen und definieren die Solidarität. Und ganz bewußt nicht die Brüderlichkeit. Woher kommt das? 

Am 03. September 1921 reicht Richard Graf Coudenhove-Kalergi sein Aufnahme-Gesuch an die Loge „Humanitas“ in Wien ein, eine der ältesten Freimaurerlogen Österreichs. Coudenhove-Kalergi ist zu diesem Zeitpunkt 26 Jahre alt.

Richard Graf Coudenhove-Kalerfi

In seinem Gesuch schreibt er: „Ich bekenne mich zur europäischen, und, im engeren Sinne, zur deutschen Kulturgemeinschaft: aber nicht im Sinne irgend eines Nationalismus (...) Aus all diesen Gründen kann ich mich nur als Kosmopolit empfinden, mit der weitest gehenden Toleranz für Fremde und Fremdes, ohne die geringsten nationalen und sozialen Vorurteile. Mein Bekanntenkreis erstreckt sich auf alle sozialen Sphären und Berufe. – Ich würde gerne einem Bunde beitreten, der so international und kosmopolitisch ist wie ich selbst und in dessen Tendenz die Ideen der Völkerversöhnung und Völkerverbrüderung liegen.“ 

1923 veröffentlichte Coudenhove-Kalergi das Paneuropäische Manifest. Er wird zum Begründer der Pan-Europa Bewegung und ersten Visionär eines politisch, wirtschaftlich und militärisch vereinten Europas. Das Signum der Pan-Europa Bewegung wird das Sonnenkreuz: ein rotes Kreuz auf einem goldenen Kreis. Coudenhove schreibt dazu: „Im Zeichen des Sonnenkreuzes, das die Sonne der Aufklärung verbindet mit dem Roten Kreuz der internationalen Menschlichkeit - wird der paneuropäische Gedanken siegen über alle Beschränkungen und Unmenschlichkeiten chauvinistischer Zerstörungspolitik. In diesem Zeichen wird das neue Europa wachsen, zu dem sich heute schon die besten Europäer bekennen.“

Flagge der Paneuropa Union

1930 in immer kritischer werdenden Zeiten publiziert Coudenhove-Kalergi den sogenannten Paneuropäischer Pakt, eine Weiterentwicklung und Konkretisierung des Paneuropäschen
Manifests, der im Grunde in Form und Inhalt einem Europäischen Verfassungsentwurf gleich kommt. In seiner Präambel schreibt Coudenhove-Kalergi:

Die Grundsätze von denen dieser Entwurf ausgeht, sind folgende:

  • die volle Souveränität der europäischen Staaten unberührt zu lassen;
  • ...
  • einen Krieg zwischen europäischen Staaten praktisch auszuschließen;
  • einen Angriff auf europäische Staaten aussichtslos zu machen;
  • die europäische Abrüstung zu ermöglichen;
  • ...
  • ein europäisches Solidaritätsgefühl zu wecken;
  • ...
  • die Beziehungen zwischen den europäischen Staaten auf Recht zu gründen statt auf Gewalt;
  • ...
  • die Gleichberechtigung aller europäischen Völker zu sichern.“

Schon in den ersten grundlegenden Schriften, den ersten konkreten Bemühungen um Pan-Europa ist damit neben dem Frieden vor allem die Menschlichkeit und die Solidarität ein zentrales Thema. Und der Weg zu Frieden, zu wirtschaftlicher Prosperität und Solidarität verläuft über die Gründung der Beziehungen auf das Recht.


Einer von Europas angesehensten Staatsmännern, der französische Außenminister Aristide Briand, wurde 1927 Ehrenpräsident der Pan-Europa Bewegung. Auf Drängen Coudenhove-Kalergis schlägt Briand am 5. September 1929 in einer Rede vor dem Völkerbund in Genf die Schaffung einer Föderation der europäischen Nationen vor. Auch Aristide Briand war Freimaurer. Er wurde in der Loge Le Trait d'Union de Saint Nazaire initiiert. In Paris wechselte er zur Loge „Le Chavalier du Travail“.

Ebenfalls schon im Jahr 1930 stellt Aristide Briand daraufhin eine „Denkschrift über die Einrichtung einer Europäischen Union“ zur Diskussion. Dies war der erste Vorstoß überhaupt auf politischer Ebene durch einen amtierenden Politiker, eine Europäische Einigung zu erzielen.

Briand hatte die Aufgabe übernommen: „eine Art Bundesverhältnisses unter den Völkern Europas zu prüfen, das sie in dauernder Solidarität zusammenschlösse und ihnen gestatten
würde, wann immer es nötig wäre, zum Studium, zur Erörterung und zur Regelung der sie gemeinsam interessierenden Fragen miteinander in unmittelbare Verbindung zu treten.“

Dauernde Solidarität?

1938 mußte Coudenhove-Kalergi vor dem Nationalsozialistischen Regime aus Österreich fliehen zunächst in die Schweiz und 1940 in die USA. Seine große Hoffnung am politischen Horizont dieser Zeit war das England Winston Churchills. Winston Churchill war 1901 in die Londoner Freimaurerloge „United Studholme Lodge No. 1591“ aufgenommen wund 1902 in der „Rosemary Lodge No. 2851“ zum Meister erhoben.


Eine der wichtigsten Reden zur Einigung Europas stammt denn auch von Winston Spencer Churchill, gehalten kurz nach dem Weltkrieg am 19.09.1946 in Zürich:

„... welches ist der Zustand, in den Europa gebracht worden ist? Zwar haben sich einige der kleineren Staaten gut erholt, aber in weiten Gebieten starren ungeheure Massen zitternder
menschlicher Wesen gequält, hungrig, abgehärmt und verzweifelt auf die Ruinen ihrer Städte und Behausungen und suchen den düsteren Horizont angestrengt nach dem Auftauchen einer neuen Gefahr, einer neuen Tyrannei oder eines neuen Schreckens ab.

Doch es gibt ein Heilmittel, das, allenthalben und aus freien Stücken angewandt, wie durch ein Wunder die ganze Szene verwandeln und innerhalb weniger Jahre ganz Europa, oder
wenigsten dessen größten Teil, ebenso frei und glücklich machen könnte, wie es die Schweiz heute ist. Worin besteht dieses Allheilmittel? Darin, daß man die europäische Familie, oder doch einen möglichst großen Teil davon, wieder aufrichtet und ihr eine Ordnung gibt, unter der sie in Frieden, Sicherheit und Freiheit leben kann. Wir müssen eine Art Vereinigte Staaten von Europa schaffen.

Meine Brüder, ich kann mir schwerlich mehr Solidarität und auch Brüderlichkeit vorstellen, als in diesen Sätzen von Br. Winston Churchill ausgedrückt wird. Nach der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts einander die Hand zu reichen und von einer „europäischen Familie“ zu sprechen –ich wünschte uns heute dasselbe Grundvertrauen in Europa und die Menschen, die auf diesem Kontinent leben.


Die Freimaurerei in Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lag am Boden.

Schon kurz nach der Wahl Hitlers zum Reichskanzler wurden die Logen in Deutschland geschlossen, die Logenhäuser unter Druck verkauft oder enteignet, die Brüder verfolgt. 

Und das obwohl die deutschen Großlogen in ihrer überwiegenden Mehrheit stark völkisch, konservativ ausgerichtet waren und der nationalsozialistischen Bewegung eher den Boden
bereitet hatten als dagegen zu opponieren. Hinzu kam die geschichtliche Diversität der deutschen Freimaurerei. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es neun reguläre und zusätzlich zwei irreguläre Großlogen auf Deutschem Boden, die jeweils gewachsen waren vor dem Hintergrund der geschichtlichen Entwicklung Deutschlands, das sich ja erst 1871 zu einem gesamtdeutschen Reich konstituierte. Jedes Land, jedes Fürstentum hatte bis dahin möglicherweise eine eigene Großlogentradition entwickelt.

Nach dem großen Krieg trafen nun alle diese deutschen Freimaurertraditionen unorganisiert aufeinander.

Es trafen unter den Nationalsozialisten verfolgte und diffamierte Brüder auf Brüder, die Mitläufer waren oder zu den Tätern gehörten.

Es trafen Brüder, die einer regulären Freimaurerei angehörten auf Brüder, die vor dem Kriege irregulären Großlogen oder Logenvereinigungen angehört hatten.

Im Kleinen ist auch in der deutschen Freimaurerei damals die Idee einer „Familie“ – eben einer freimaurerischen Familie entstanden. Einer Einigung.
Und so entstand die heute in Deutschland alle Traditionen vereinende und weltweit anerkannte Großloge der „Vereinigte Großlogen von Deutschland“. Zu diesem freimaurerischen Haus
gehören heute in Deutschland 5 Mitgliedsgroßlogen und in den deutschen Logen können die Brüder auf knapp 20 unterschiedliche Rituale treffen.

Eines der im internationalen Vergleich wichtigsten freimaurerischen Rituale, wurde in Deutschland bisher allerdings niemals bearbeitet: die symbolischen Grade (Lehrling, Geselle, Meister) des Alten Angenommenen Schottischen Ritus. Die Loge Europa, Nr. 1051, bearbeitet als erste deutsche Loge überhaupt diese Rituale und vervollständigt die deutsche Logenlandschaft. Sie schlägt bewußt die Brücke zum Internationalismus, zur Vielfalt, zur Verständigung – zu Europa.

Der Wahlspruch der VGLvD lautet: „E pluribus Unum“ – frei übersetzt mit „Einheit in der Vielfalt“.

Solidarität, so zeigt auch das Beispiel der deutschen freimaurerischen Geschichte, gelingt durch das Setzen eines Rahmens. Durch Beschränkung. Durch Regeln.

Das ist aber dann wohl auch der Unterschied zur Brüderlichkeit. Sie braucht dies nicht. 

 

 

 

 

 

Anhang: Deutsche Großlogen vor dem Kriege

1. Große National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln", Berlin (3WK) ca. 21.300 Mitglieder, 23 Innere Oriente, 95 Schottenlogen, 182 Johannislogen, 61 Kränzchen (P.: 24.06.1740, N.: Nationaler Christlicher Orden "Friedrich der Große " am 27.04.1933, + 15.07.1935)

2. Großloge "zur Sonne", Bayreuth (GLzS) ca 3.800 Mitglieder, 41 Logen, 20 Kränzchen (l.:12.01.1741,+ 18.04.1933)

3. Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland, Berlin (GLLvD) ca 20.370 Mitglieder, 4 Provinzial-Großlogen, 19 Kapitel, 54 Andreaslogen, 180 Johannislogen, 59 Kränzchen (G.: 24.06.1770, N.: Deutsch-Christlicher Orden am 30.01.1933, + 15.07.1935)

4. Große Mutterloge des Eklektischen Freimaurerbundes, Frankfurt/M (GMLEB) ca 3.000 Mitglieder, 26 Logen, 5 Kränzchen (I.: 1.03.1788, + 20.03.1933)

5. Große Loge von Preußen, genannt "Zur Freundschaft", Berlin (GLvP) ca. 10.970 Mitglieder, 1 Provincial-Großloge, 23 Innere Oriente, 107 Johannislogen, 17 Kränzchen (L: 11.06.1798, N.: Deutsch-Christliche Orden "Zur Freundschaft", + 16.07.1935)

6. Große Loge von Hamburg, Hamburg (GLvH) Ca. 5.000 Mitglieder, 54 Logen, 9 Kränzchen (I.: 4.02.1811, r.: 30.07.1935)

7. Große Landesloge von Sachsen, Dresden (GLvS) ca. 6.920 Mitglieder, 45 Logen, 37 Kränzchen (I.: 28.09.1811, N.: Deutsch-Christlicher Orden von Sachsen 27.04.1933, + 15.07.1935)

8. Große Freimaurerloge "Zur Eintracht", Darmstadt (GLzE) 890 Mitglieder, 10 Logen, 2 Kränzchen (I.: 22.03.1846,+ 15.07.1935)

9. Großloge "Deutsche Bruderkette", Leipzig (GLDBK) ca. 1.851 Mitglieder, 10 Logen, 5 Kränzchen (G.: 16.11.1904, N.: Deutsch-Christlicher Orden 30.01.1933, + 20.07.1935)

 

Irreguläre Großlogen

10. Freimaurerbund zur aufgehenden Sonne, Nürnberg, ab 1925 Hamburg (F.z.a.S.) ca. 1.400 Mitglieder, 44 Logen ( G.: 1905, I.: 27.07.1907 Ffm, + Frühjahr 1933, danach Exil in Prag

11. Symbolische Großloge von Deutschland, Hamburg (SGL) ca. 1000 Mitglieder, 29 Logen, davon 2 in Palästina (I.: 27.07.1930, r.: 27.03.1933, danach Exil in Palästina)

 

 

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Freimaurerei und die Idee des vereinten Europa

Richard Graf Coudenhove-Kalergi als Freimaurer.

Zeichnung in der Loge Europa. Oktober 2014.

 

Liebe, Würdige Brüder,

wir haben diese Loge gegründet, um neu und vertieft über die Freimaurerei nachzudenken. Wir haben Sie Europa genannt, weil wir uns auf die fundamentalen Werte Europas beziehen: alle diese Werte sind zutiefst freimaurerisch: internationales Verständnis, Friede, Offenheit, religiöse Freiheit und Brüderlichkeit zwischen den Menschen.

Wir haben uns bei der Suche nach dem Namen unserer Loge nicht ganz leicht getan. Der grundsätzliche Bezug zu Europa und seinen fundamentalen Werte war damals schnell gefunden. Wir haben aber ein paar Alternativen diskutiert. Eine Alternative war der Bezug zu einem Namen, einer Person, einem Freimaurer, wie es in viele Logen und vor allem in vielen Logen der ACGL üblich ist – so wird zB am 29.11. das Licht in die „Albert Pike“ Loge in Hannover eingebracht, in Hamburg unserer Schwesterloge heißt „Benjamin Franklin“. Solche Bezüge zu Personen, Männern, sind in der Logenwelt sehr üblich.

Für unsere Loge wäre die Alternative der Name Coudenhove-Kalergi gewesen. Genauer: Richard Coudenhove-Kalergi. Noch genauer: Dr.phil. Richard Nikolaus Graf Coudenhove Kalergi.

 

 

Ich möchte in dieser Zeichnung zu den Grundlagen unserer Loge zurück kehren und Euch noch einmal mit der unglaublichen Leistung und der ungewöhnlichen Biographie des Mannes, des Bruders, vertraut machen, dem als erster Preisträger überhaupt der internationale Karlspreis in Aachen verliehen wurde. Für Verdienste um Europa und die europäische Einigung. Das war am 18. Mai 1950.

Am 17. November 1894 – also fast genau vor 120 Jahren – wird Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi in Tokio geboren. Eine Frühgeburt, zwei Monate vor Termin, der man nur wenige Überlebenschancen gab.

Sein Vater, Heinrich Coudenhove Kalergi, war Diplomat, sprach ein Dutzend Sprachen und war nach Stationen in Athen, Rio de Janiero, Konstantinopel und Buenos Aires nach Tokio gekommen. Dort heiratete er gegen die gesellschaftlichen Normen, die bürgerliche Japanerin Mitsuko Aoyama. Diese Eheschließung mußte durch den österreichischen Kaiser und den japanischen Mikado genehmigt werden.

Richard wuchs auf auf dem Stammsitz seiner Familie, Schloss Ronsperg in Böhmen, Österreich Ungarn. Die Welt dieser Familie war kosmopolitisch, multikulturell, multikonfessionell – grenzenlos.

Mit dem Vater sprach man Deutsch, mit der Mutter englisch. Richard schreibt darüber: „Unsere Mutter verkörperte für uns Asien, unser Vater Europa. Es wäre uns schwer gefallen, ihn mit irgendeiner Nation zu identifizieren. So war in unseren Augen Europa stets eine selbstverständliche Einheit, das Land unseres Vaters.

Richard trifft schon während der Schulzeit den Entschluss, Philosophie zu studieren, Er promovierte über die "Objektivität als Grundprinzip der Moral".

Richard mußte aufgrund eines Lungenleidens keinen Wehrdienst leisten - Am Ende des ersten Weltkriegs kommt es zu einem Bruch mit seiner Familie als er die Schauspielerin Ida Roland heiratet. Die Ehe hält 37 Jahre.

 

Am 03. September 1921 reichte Coudenhove sein Aufnahme-Gesuch an die Loge „Humanitas“ in Wien ein, eine der ältesten Freimaurerlogen Österreichs. Coudenhove-Kalergi ist zu diesem Zeitpunkt 26 Jahre alt. Als Motive gab er in seinem Schreiben an: „Seit meiner Kindheit ist es mein Wunsch und Ziel, der Menschheit, soweit es in meinen Kräften steht, zu dienen, um die Menschen glücklicher und vollkommener zu machen. Dieses Streben war ausschlaggebend für meine Berufswahl. Allen, die nach dem gleichen Ziele streben, fühle ich mich verbunden. Ich würde mich freuen, in einen Bund einzutreten, in dem viele Menschen gemeinsam nach den gleichen Idealen streben, die mich bewegen.

Coudenhove schreibt weiter: „Infolge meiner Abstammung (mein Vater war Europäer aus vlämischem, griechischem, russischem, polnischem, deutschen und norwegischen Adelsblute, meine Mutter war eine bürgerliche Japanerin) fehlt mir jede ausschließliche Zugehörigkeit zu irgend einem Volke, zu irgendeiner Rasse, zu irgendeiner Kaste. Ich bekenne mich zur europäischen, und, im engeren Sinne, zur deutschen Kulturgemeinschaft: aber nicht im Sinne irgend eines Nationalismus (...) Aus all diesen Gründen kann ich mich nur als Kosmopolit empfinden, mit der weitestgehenden Toleranz für Fremde und Fremdes, ohne die geringsten nationalen und sozialen Vorurteile. Mein Bekanntenkreis erstreckt sich auf alle sozialen Sphären und Berufe. – Ich würde gerne einem Bunde beitreten, der so international und kosmopolitisch ist wie ich selbst und in dessen Tendenz die Ideen der Völkerversöhnung und Völkerverbrüderung liegen.

Wie ich in manchen meiner Artikel (...) gezeigt habe, bin ich entschiedener Anhänger des Glaubens, daß die Menschheit geistige und sittliche Führer braucht um vorwärts zu schreiten und sich höher zu entwickeln. Eine Gemeinschaft dieser Führer und Lehrer, die selbstlos das Beste der Menschheit wollen, schien mir erstrebenswert. Auch aus diesem Grunde würde ich es begrüßen, dem Freimaurerbunde beitreten zu dürfen.

 

Coudenhove schließt mit einem Bekenntnis an den GBAW:

Schließlich bin ich eine ausgesprochen religiöse Natur, ohne die Glaubenslehren einer Religionsgemeinschaft anzuerkennen. Immer waren es religiöse Probleme und Ideen, die mich (wie vor mir meinen Vater) am meisten beschäftigt und am stärksten bewegt haben. Meine religiöse Überzeugung wurzelt in den Idealen der Größe und Kraft, der Freiheit und Harmonie. Ich will, daß die Menschheit schöner wird an Körper, Charakter und Geist; unter Schönheit des Charakters verstehe ich vor allem größte Liebesfähigkeit verbunden mit höchster Tapferkeit. Mein religiöses Bedürfnis könnte vielleicht teilweise befriedigt werden in einer Gemeinschaft von Idealisten, die, wie ich, nach einer Religiosität streben, die aber von Aberglauben und Intoleranz frei ist.“[1]

 

Einige Monate später, 1922, fand in Wien der 29. Weltfriedenskongress statt. Prof. Wladimir Misar, Groß-Sekretär der Großloge von Österreich, legte in seiner Begrüßungsansprache ein Bekenntnis zum Frieden und zu Europa ab, und Prof. Friedrich Hertz. Mitglied der Wiener Loge "Zukunft", legte seine Denkschrift "Die Wirtschaftsnot in Mitteleuropa und der Weltfriede" vor. Auf diesem Kongreß wurde der Paneuropa-Gedanke geboren. Graf Richard Coudenhove-Kalergi gerade in die Wiener Loge "Humanitas" aufgenommen, entwickelte seine Ideen. Im Einklang mit den pazifistischen Ideen des Nobelpreis-Trägers Alfred Hermann Fried (1864-1921), Mitglied der Wiener Loge "Sokrates", gründete Coudenhove-Kalergi die Paneuropäische Union.

 

„Die Vision eines politisch, wirtschaftlich und militärisch vereinten Europas formuliert Coudenhove erstmals in dem Artikel „Paneuropa - ein Vorschlag“, der am 15. November 1922 in der „Vossischen Zeitung“ in Berlin, und zwei Tage später in der Wiener „Neuen Freien Presse“ erscheint.“

Schon darin, also 1922 (!) formuliert er folgende programmatische Forderungen:

-        Revision der Härte des Friedensvertrages von Versailles

-        Ewiger Friedenspakt und obligatorisches Schiedsgericht zwischen allen europäischen Kleinstaaten

-        Aufhebung aller innereuropäischen Zoll- und Verkehrsschranken

-        Schaffung einer europäischen Währungseinheit

-        Zusammenschluss aller Armeen und Flotten Europas

-        Wahrer Minoritätenschutz und Bestrafung jeglicher Hasspropaganda in Presse und Schule als Hochverrat an Europa

-        Ausarbeitung einer paneuropäischen Verfassung

 

1923 schreibt er sein programmatisches Buch „Pan-Europa“, das er selbst als Startschuss für eine „große politische Bewegung“ bezeichnet. Das Europa der Zwischenkriegszeit sieht Coudenhove vor der Alternative „Zusammenschluss oder Zusammenbruch“. Bereits 1923 warnt er eindringlich vor dem „Zukunftskrieg“ und vor der Gefahr, dass Europa nach diesem Krieg durch eine künstliche Grenze „in eine sowjetische Kolonie und ein amerikanisches Protektorat geteilt“ werde.

 

Coudenhovs Vorschlag findet schnell Bewunderer und Anhänger in den führenden Kreisen der Intellektuellen, Dichter und Philosophen Europas: Paul Claudel, Paul Valéry, Heinrich und Thomas Mann, Stefan Zweig, Gerhart Hauptmann, Rainer Maria Rilke, Franz Werfel, Arthur Schnitzler, und Sigmund Freud, Albert Einstein, die Philosophen Ortega y Gasset und Salvador de Madariaga sowie der Komponist Richard Strauß unterstützen die Paneuropa-Idee.

Der junge Kölner Oberbürgermeister und spätere deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer und der Wiener Student und spätere sozialistische Bundeskanzler Österreichs Bruno Kreisky gehören zu den ersten Mitgliedern.“

1926 wird der erste Paneuropa-Kongress in Wien mit 2000 Teilnehmern aus 24 Nationen zum öffentlichen Durchbruch für die junge Paneuropa-Bewegung und „Paneuropa“ wird zum Synonym für die politische Einigung Europas. Coudenhove wird per Akklamation zum ersten Internationalen Präsidenten der Paneuropa-Union gewählt.

Das Weltecho des Kongresses war stark. Alle Zeitungen der Welt besprachen diesen ersten Kongreß der europäischen Einigkeit als Auftakt einer neuen Politik. Millionen hofften auf Paneuropa und glaubten nun an die Möglichkeit seiner Verwirklichung. Es wurde zur neuen Idee und zur großen Hoffnung der jungen Generation.

Thomas Mann traf Coudenhove-Kalergi in diesem Jahr in Paris. Er charakterisierte ihn danach folgendermaßen: „... er ist einer der merkwürdigsten und übrigens schönsten Menschen, die mir vorgekommen. Zur Hälfte Japaner, zur anderen Hälfte gemischt aus dem internationalen Adelsgeblüt Europas, wie man weiß, stellt er wirklich einen eurasischen Typus vornehmer Weltmenschlichkeit dar, der außerordentlich fesselt und vor welcher der Durchschnittsdeutsche sich recht provinzlerisch fühlt. Zwei Falten zwischen den fernöstlich sitzenden schwarzen Augen, unter der reinen, festen und stolz getragenen Stirn, verleihen seinem Lächeln etwas Ersthaftes und Entschlossenes. (...)Schließlich, was sollte einem imponieren, wenn nicht dieser Vorwegnehmende und nobeldemokratische Spitzentyp einer neuen Gesellschaft, der, von Natur gewohnt, in Erdteilen zu denken, es auf eigene Faust unternimmt, die Welt nach den Einsichten seiner Vernunft zu formen.“[2]

 

Zur Wahrheit gehört an dieser Stelle daß Coudenhove 1926 – also 4 Jahre nach seiner Aufnahme - um seine Deckung gebeten hat und aus seiner Loge „Humanitas“ austrat. Er schrieb dazu selber: „Aus Gründen der Politik habe ich bei meiner Loge um Deckung angesucht, die mir auch bewilligt wurde.“

Diese Gründe sind in der massiven völkischen und beginnenden nationalsozialistischen Diffamierung der Paneuropa-Bewegung zu finden, die die gesamte Bewegung als freimaurerisch abstempelt. Coudenhove wollte den Schaden von seiner politischen Arbeit fernhalten und schränkte seine Kontakte zu seinen Brüdern und Freimaurerlogen ein.

Die deutsche, humanitäre Großloge „Zur aufgehenden Sonne“, die sowohl im Dezember 1924 als auch im Februar 1925 versuchte Coudenhove zu einem Vortrag zu gewinnen, erhielt ebenso eine Absage, wie auch die Brüder des B’nai Brith Ordens, wo er 1926 ebenfalls einen Vortrag absagte.

Die Wiener Großloge hörte mit der Deckung Coudenhoves auf, aktiv für Paneuropa zu werben, um Paneuropa nicht zu schaden. Mitglied der Paneuropa Bewegung waren neben der Wiener Großloge auch einzelne Wiener Logen, wie die Loge „Ikarus“ und selbstverständlich etliche Brüder.

„Mit der „äußeren“ Distanzierung zur Freimaurerloge ging eine innere nicht einher: Coudenhoves Gedanken und seine paneuropäischen Aktivitäten standen jederzeit mit der Freimaurerei im Einklang.“[3]

So wird einer von Europas angesehensten Staatsmännern, der französische Außenminister Aristide Briand, 1927 Ehrenpräsident der Pan-Europa Bewegung. Auf Drängen Coudenhove-Kalergis schlägt Briand am 5. September 1929 in einer Rede vor dem Völkerbund in Genf die Schaffung einer Föderation der europäischen Nationen vor. Aristide Briand war Freimaurer. Er wurde in der Loge Le Trait d'Union de Saint Nazaire initiiert. In Paris wechselte er zur Loge „Le Chavalier du Travail“.

 

In Deutschland fand Coudenhove Gehör und Unterstützung beim Reichskanzler und überragenden Außenminister in der Weimarer Republik, Gustav Stresemann. Stresemann wurde 1923 in der Loge "Friedrich der Große" in Berlin aufgenommen. Er unterstützte seinen Bruder Coudenhove-Kalergi in seinen Bemühungen um ein in Humanität und Toleranz friedlich geeintes Europa. Stresemann schrieb nach einer Begegnung in der Reichskanzlei in sein Tagebuch: "Herr Coudenhove-Kalergi war heute bei mir, seine Gedanken von Paneuropa machen große Fortschritte. Wie man auch über ihn denken mag, er ist jedenfalls ein Mann von außerordentlichem Wissen und großer Tatkraft. Ich bin überzeugt, daß er noch eine große Rolle spielen wird."

 

Stresemann und Briand erhielten für ihre Bemühungen um die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich und ihre Bemühungen um ein Europa in Frieden und Verständigung den Friedensnobelpreis.

„Doch schon im Oktober 1929 verändert sich die politische Lage dramatisch: Durch den Tod des deutschen Außenministers Gustav Stresemann, der die Briand-Initiative unterstützt hatte, durch die Ablehnung Englands und die Weltwirtschaftskrise.

Nach dem Scheitern der Briand-Initiative führt Coudenhove den Kampf weiter – nicht mehr offensiv sondern defensiv gegen die wachsende rote und braune Flut. „Stalin bereitet den Bürgerkrieg vor – Hitler den Völkerkrieg“, warnt Coudenhove auf dem 3. Paneuropa-Kongress in Basel 1932.

1938 flieht Coudenhove vor den Nazis aus Österreich zunächst in die Schweiz und 1940 in die USA.

Seine große Hoffnung am politischen Horizont dieser Zeit war das England Winston Churchills. Nach dem Ausbruch des Krieges im Jahre 1939, fuhr Coudenhove am 9. Mai 1940 nach Genf, um im Palais Wilson die neue Zentrale der Paneuropa-Bewegung einzurichten. Winston Churchill war 1901 in die Londoner Freimaurerloge „United Studholme Lodge No. 1591“ aufgenommen wund 1902 in der „Rosemary Lodge No. 2851“ zum Meister erhoben.

In den USA entwickelt Coudenhove die Idee einer „Europäischen Verfassungsgebenden Versammlung“ für die Zeit nach dem Krieg.

Nachdem die Westalliierten es jedoch versäumen, ein Parlament als Grundstein der neuen Ordnung im westlichen Europa einzuberufen und Westeuropa zunächst auf nationalstaatlicher Grundlage zu reorganisieren, beruft Coudenhove 1947 im schweizerischen Gstaad den ersten Kongress der Europäischen Parlamentarier-Union ein, die erreicht, dass der 1949 gegründete Europa-Rat nicht nur aus einem Ministerrat besteht sondern als zweites Organ eine Beratende Parlamentarische Versammlung erhält. Damit beginnt die Geschichte des europäisch en Parlamentarismus.“

1955 schlägt Coudenhove die Ode an die Freude, also Beethovens Vertonung von Schillers Gedicht "An die Freude" als Europäische Hymne vor. Seit 1972 ist die Melodie die Hymne des Europarats und seit 1985 die Hymne der Europäischen Union. Die Ode an die Freude entsteht 1785 auf Bitten des Freimaurers Christian Gottfried Körner. Friedrich v. Schiller schreibt sie für die Tafel der Freimaurerloge "Zu den drei Schwertern" in Dresden.

Sie beschreibt ein klassisches, freimaurerisches Ideal einer Gesellschaft gleichberechtigter Menschen, die durch das Band der Freude und der Freundschaft verbunden sind.

Coudenhove war ein Schriftsteller mit einer großen Zahl an Veröffentlichungen. Einer seiner letzten Aufsätze aus dem Jahr 1968 trägt den Titel: „Für die Revolution der Brüderlichkeit“. Nach Coudenhoves Auffassung konnte nur ein Kreuzzug für menschliche Brüderlichkeit einen Zusammenstoß zwischen zwei Weltrevolutionen, dem Kommunismus und Kapitalismus, verhindern. „Die Brüderlichkeit im Geist des frühen Buddhismus und des frühen Christentums betrachtete Richard nicht als politisches Ideal wie Freiheit oder Gleichheit, sondern als zutiefst menschliches Ideal, das jeder Mensch selbst in seinem Herzen, in Heim und Familie, im Umgang mit Verwandten, Freunden und Mitarbeitern, in Gedanken, Worten und Taten, ausüben könne und solle. Das war sein Aufruf zu einer Revolution der Brüderlichkeit.“

Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi starb am 27. Juli 1972. Wir wollen ihm in dieser Loge, die den Namen Europa trägt ein ehrendes Andenke bewahren.

Als Sinnspruch der Pan Europa Bewegung und Fundament eines vereinten Europas wählte Bruder Coudenhove-Kalergi bereits 1922 die Worte des Augustinus:

 

In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas

In Notwendigen die Einmütigkeit, im Zweifel die Freiheit, über allem die Nächstenliebe


 

[1] Zit. Nach: Ziegerhofer, Anita: Botschafter Europas. Richard Nikolaus Coudenhove Kalergi und die Paneuropa-Bewegung in den zwanziger und dreißiger Jahren. Wien 2003. S.51

[2] Mann, Thomas: Pariser Rechenschaftsbericht. Berlin 1926.

[3] (Quelle: http://www.paneuropa.org/de_int/geschichte.html)

What is Masonry ?

FACTS

Freemasonry is a fraternity, not a religion.

As a fraternal association dedicated to making good men better, Freemasonry respects the religious beliefs of all its members. Freemasonry has no theology and does not teach any method of salvation. In particular it does not claim that good works guarantee salvation

Freemasons are united in their desire to be of service to mankind.

While Freemasonry supports homes for members and their spouses, most Masonic services, including Shrine medical and burn centers, are available to all citizens. In 1990, American Masonic philanthropy totaled more than $525 million, of which 58% went to the general public.

Freemasonry is an open, not secretive, society.

Masonic meetings are announced publicly, Masonic buildings are marked clearly and are listed in phone directories, and Masons proudly wear jewelry identifying their membership. Freemasons inherited a tradition of trade secrets from the cathedral building guilds of medieval Europe. The only "secrets" still belonging to modem Masonry are traditional passwords, signs of recognition, and dramatic presentation of moral lesson.

Freemasonry is open to all men of good character who believe in God. Freemasonry does not discriminate on the basis of race, religion, or social class.

The Masonic family of organizations is open to all.

Freemasonry admits only men, but many Masonic related organizations, such as the Eastern Star, Amaranth, Job's Daughters, Rainbow for Girls and DeMolay for Boys, offer ample opportunities for women and youth.

Freemasonry does not require improper oaths.

The solemn promises taken in Freemasonry are no different than the oaths taken in court or on entering the armed services. The much discussed "penalties," judicial remnants from an earlier age, are symbolic, not literal. They refer only to the pain any honest man should feel at the thought of violating his word.

Freemasonry teaches individual improvement through study.

Freemasonry encourages study, including literature by the great writers of ancient times. Freemasonry does not sanction the views of these authors but offers them for each individual's reflection and evaluation.

Freemasonry teaches in steps.

Masons learn through a series of lessons. These "degrees" of insight move from basic to more complex concepts. This no more hides the nature of Freemasonry from novice members than does having student understand fractions before calculus.

Masonry is practiced worldwide.

There are approximately 2.5 million Masons in the United States and nearly 6 million throughout the world.

Freemasonry has no single spokesman.

Freemasonry is made up of many individuals in numerous organizations, all subordinate to the Grand Lodge within their jurisdiction (i.e. state). None of these members organizations can speak for Freemasonry; that is the responsibility of each Grand Lodge within its jurisdiction. No Masonic body nor author, however respected, can usurp the authority of a Grand Lodge.

 

APPENDANT BODIES

Masonry has many groups, each with a special social, educational, or philanthropic focus. A man becomes a Mason in his local Lodge. Then he joins any of the following "Appendant Bodies": the Scottish Rite, York Rite (which includes the Royal Arch and Knights Templar), Shriners, Grottoes, Tall Cedars, etc.

 

PRINCIPALS

Freemasonry is a fraternal organization dedicated to Brotherly Love, Relief and Truth

Brotherly Love:

How a man chooses to practice his personal religious beliefs is left entirely up to him, but Freemasonry recognizes the strong bond which unites all people under One Creator. Our members include men from a wide range of religious backgrounds, but each of them shares a commitment to this important principle.

Relief:

Because of our strong bond of Brotherly Love, Masons provide Relief to help those who are in need. This includes the notion of charity, and Masons provide much assistance to worthy charities, but it also means offering a helping hand, in other ways, to people that need assistance.

Truth:

As Masons, we are committed to being honest and truthful with other people. The Masonic Fraternity teaches a man to be faithful to his responsibilities to God, his Country, his fellow man, his family and himself. The Masonic principle of Truth also teaches a man to search for wisdom and understanding. For only in this way can he grow and become a better person. The pursuit of knowledge is at the very heart of our purpose.